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Helfen ist Herzenssache
Christiane Nordus hat Natalie und Harald besucht

„Hier können wir mit kleinen Gesten Großes bewirken.“ kommt es schnell und spontan von Natalie und Harald zurück, als ich die beiden zum Interview in der Bahnhofsmission Lübeck besuche. Sofort wird mir klar, dieses Ehrenamt ist eine echte Herzenssache! Und außerdem sehr vielseitig.

Eigentlich ist die Bahnhofsmission seit dem Mittag geschlossen. Das wissen die Leute auch.
Und doch ist Harald zur Stelle, als jemand vor dem Fenster steht und um etwas zu trinken bittet. Es sind die kleinen Dinge, auf die es hier ankommt: Etwas zu essen oder zu trinken reichen, ein offenes Ohr und ein freundliches Wort, das Telefon für ein Gespräch zur Verfügung stellen, eine Fahrkarte ausgeben, wenn das Portemonaie verlorengegangen ist oder auch mal mit dem Notwendigsten an Kleidung aushelfen.

Auch auf dem Bahnhof trifft man Natalie und Harald. Für jeden gut zu erkennen sind die beiden – so wie all ihre Kollegen in ganz Deutschland – an ihren blauen Westen. Wenn der Zug nach Puttgarden einfährt, sind sie zur Stelle und helfen weiter, wenn jemand Unterstützung beim Umsteigen braucht oder einfach den Weg zum nächsten Gleis oder zur Stadt nicht kennt. Überhaupt ist man hier gut vernetzt. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern am Bahnhof und der Polizei funktioniert gut, es herrscht ein freundlicher Umgang. Der Coffeeshop Balzac spendet regelmäßig Lebensmittel. Für die Kleidung gibt es einen Notfallkoffer von der Brockensammlung nebenan. Und auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist gut und wichtig. 

Plakat Bahnofsmission

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Natalie, die „Samstagsfrau“ wie sie sich selbst spontan nennt, weil sie jeden zweiten Samstag da ist und Harald, der schon länger dabei ist und sich zweimal die Woche in der Bahnhofsmission engagiert, sind als Team am Gleis oder im Büro anzutreffen. Natalie suchte gezielt nach einem Ehrenamt und Harald fand über eine Bekannte zur Bahnhofsmission, weil hier eigentlich immer Bedarf an Unterstützern ist. Beiden gemein ist, dass anderen zu helfen für sie eine Herzensangelegenheit ist. „Hier kann man leicht viel bewirken und unmittelbar helfen“, bringt es Natalie auf den Punkt. Egal, ob es mit materiellen Dingen ist oder durch die Weitergabe von wichtigen Informationen, beispielsweise, wenn jemand einen Schlafplatz sucht.


Und so fällt auch beiden sofort eine Begebenheit ein, die ihnen in Erinnerung bleiben wird. Harald erinnert sich an die unglaubliche Dankbarkeit und Freude, die er einem jungen Mann machen konnte, als er ihm vergangenen Winter eine Mütze schenkte: „Mit so einfachen Mitteln Leuten eine Freude zu bereiten ist die ganze Sache schon wert.“
Natalie verlieh mal einen kleinen Betrag. Sie rechnete nicht mit der Rückgabe und war umso erstaunter, als nach vier Wochen der Betrag und ein kleiner Brief in ihrem Fach lagen.

Ich habe hier zwei sehr offene und hilfbereite Menschen kennengelernt, die selbst sehr dankbar auf ihr ehrenamtliches Engagement blicken. „Man bekommt soviel zurück“ - von den Menschen, die selbst oft nicht viel zu geben haben. Ein Ehrenamt voller Herzblut, dass mit viel Dankbarkeit verbunden ist. Eine echte Herzensangelegenheit eben. Wer jetzt Lust bekommen hat, sich selbst bei der Bahnhofsmission zu engagieren, kann die Arbeit und das Team bei den Schnupperdiensten kennenlernen. Der Dienst erfolgt in zwei Schichten, denen man fest zugeteilt ist. Abwechslung ist garantiert und dankbare Gäste inklusive. 

Wenn Du jetzt auch Lust bekommen hast, Dich ehrenamtlich zu engagieren, schau doch mal in unserer Stellenbörse - oder vereinbare einen Termin, bei dem wir gemeinsam eine passende Einsatzstelle für Dich finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

Kampagne Ehrenamt
Projektkoordination:
Melanie Wienicke
0451 30 50 405 
melanie.wienicke@epunkt.org

Fotos: 
Axel Baur
Grafik: 
Götz Lange

Die Einsatzstelle
Ökumenische Bahnhofsmission Lübeck
Am Bahnhof 8
23558 Lübeck
0451 82121
bahnhofsmission-luebeck@t-online.de
www.gemeindediakonie-luebeck.de

Infobox Nathalie und Harald

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