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Von einer persönlichen Herzensangelegenheit zum sozialen Engagement
Christiane Nordus hat Friederike Garbe besucht

Der Weg zu Friederike Garbes Engagement ist etwas ungewöhnlich. Eigentlich kann man nicht von einem Ehrenamt sprechen. Vielmehr ist das, was sie macht eine echte Herzensangelegenheit, um nicht zu sagen: eine Lebensaufgabe. Friederike Garbe leitet das Agape-Haus in der Mengstraße, das auch die Lübecker Babyklappe beherbergt.

Die Meldung von einem toten Baby auf einer Müllkippe war für Friederike Garbe Anlass, die Lübecker Babyklappe ins Leben zu rufen - übrigens die zweite dieser Art in Deutschland. Hier können Mütter ihr Kind nach der Geburt anonym abgeben. Über eine unscheinbare Klappe an der Außenseite des Hauses kann das Baby in ein konstant beheiztes Wärmebettchen gelegt werden und so gerettet werden. Das
Wärmebettchen ist dabei liebevoll gestaltet wie ein Schiff – ein sicherer Hafen in einer Notsituation.
Wird die Klappe geschlossen, geht ein stummer Alarm los. Und dann ist Friederike Garbe zur Stelle, kümmert sich darum, dass das „Findelkind“ versorgt wird. 

Friederike Garbes Engagement ist eng mit ihrer Biografie verknüpft. Sie selbst erfährt als kleines Kind Flucht am eigenen Leib. Es sind Jahre, die sie sehr prägten, wie sie mir erzählt. Ihr Wunsch war es deswegen immer „einen großen Tisch zu haben, an dem Menschen wie in einer Familie zusammenkommen“. Etwas, was sie selbst erlebt und „als Zuhause“ empfunden habe – und gern an andere weitergeben und mit ihnen teilen möchte. Auch ein tiefes Verständnis für Menschen in Not bringt sie aufgrund ihrer eigenen Lebensgeschichte mit. Aus dieser Motivation entsteht so nach und nach das Agape-Haus, ein „Haus des Lebens“ für Menschen in Not. Es ist ein Ort der Gemeinschaft, bei dem alle, die hier leben, sich gegenseitig mit ihren Möglichkeiten einbringen und unterstützen.

Plakat Babyklappe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1995 zunächst als Mutter-Kind-Haus eröffnet, baut sie gemeinsam mit ihrem Mann das Haus aus und um, richtet Wohnungen her und kümmert sich mit viel Herzblut um ihre „Familie“. Denn als solche beschreibt Friederike Garbe das Zusammenleben. Es wird „gemeinsam gekocht, die Wäsche gemacht und zusammen gegessen“. Mehr als 200 Mütter fanden so bis heute an den "großen Familientisch“.

„Wir öffnen unser Haus für Menschen, die in Not sind“ berichtet Friederike Garbe weiter. Agape stammt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa „weil Du bist“. Und genauso nimmt Friederike Garbe die Menschen, die zu ihr kommen. Jede und jeder ist wertvoll, egal mit welchem Schicksal derjenige vor der Tür steht. Die meisten Menschen kommen hierher, weil sie irgendwo davon gehört oder gelesen haben. Friederike Garbe hilft dann, wo sie kann. Niemand wird weggeschickt. Gibt es keinen Platz, empfiehlt sie Alternativen.

Ich wundere mich ein wenig, wie sie all das schafft. Denn Friederike Garbe ist nicht nur als „Findelmama“ und Leiterin des Agape Hauses nahezu immer erreichbar, sondern arbeitet auch noch als Senior-Model, reist zu Kongressen und hält Vorträge. Ob sie denn auch noch ein Privatleben habe, wird sie daher oft gefragt. „Ich habe ein Leben und das habe ich mir ausgesucht.“ lautet ihre Antwort und ergänzt: „Ich kriege so viel zurück.“ 
In Kürze erscheint ein Buch über Friederike Garbes Leben. Es soll Mut machen. „Man darf niemals aufgeben“, egal wie schwer einen das Leben trifft, ist daher auch ihr Rat.

Wenn Du auch Lust hast, Dich ehrenamtlich zu engagieren, schau doch mal in unserer Stellenbörse - oder vereinbare einen Termin, bei dem wir gemeinsam eine passende Einsatzstelle für Dich finden.
Wir freuen uns auf Dich! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kampagne Ehrenamt
Projektkoordination
Melanie Wienicke
0451 30 50 405 
melanie.wienicke@epunkt.org

Fotos: 
Axel Baur
Grafik: 
Götz Lange

Die Einsatzstelle
Leben bewahren Lübeck e.V.
Mengstraße 62
23552 Lübeck
Telefon 04 51 / 706 01 91
 info@agape-haus-luebeck.de
https://agape-haus-luebeck.de/

Infobox Friederike Garbe

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